Mein Lieblingslied

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  • Mein Lieblingslied von Paul Gerhardt ist: "Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein?"
    An einem Silvesterabend kam ich mit betrübter Seele in den Gottesdienst.
    Einerseits schreibe ich gerne Loblieder und Gedichte, andererseits wollte ich nicht den Eindruck einer eitlen Selbstdarstellung machen. Dann sangen wir als Eingangslied Paul Gerhardts freudiges Bekenntnis. Und alles war gut!
    Als ich am 29.12.2000 zum 80. Geburtstag meiner Mutter eine Lieder- und Gedichtsammlung herausgab, bekam diese den Titel: "Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein?"
    In dem Lied sind noch mehr Schätze verborgen ... (Fortsetzung folgt).

  • Befiehl du deine Wege

    1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

    2. Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohl ergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll besteh’n. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen: es muss erbeten sein.

    4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir’s nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun.

    7. Auf, auf gib deinem Schmerze und Sorgen Gute Nacht! Lass fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.

    8. Ihn, ihn lass tun und walten! Er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, dass du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat.


    * * *

    Das Lied spiegelt elementar das Vertrauen wieder,
    welches man zu Gott haben darf.

    Unter der wachsenden Erkenntnis, dass die „Einheit der Christen“ ein Werk des Heiligen Geistes ist, darf man auch hier vertrauensvoll darauf hoffen, dass dieser geistlich-ökumenische Geist seinen Raum auch bekommt und behält.
    Ökumene kann eben nicht nur von Menschen und Kirchenleitungen gemacht werden, obwohl sie alles dazu beitragen müssen, dass die versöhnte Verschiedenheit unter den Kirchen auch gelingen kann.
    Der Schmerz der ÖkumenikerInnen sind die kreuz und quer durch dogmatische Gräben
    getrennten Christen, die alle Glieder am Leibe Christi sind. Diesem Schmerz „Gute Nacht“ zu sagen, bedeutet, erhebliches Vertrauen auf das heilende Eingreifen Gottes zu setzen.
    Deswegen berührt mich auch dieses Lied so sehr, weil das ökumenische Werk, welches *be-kümmert*, eigentlich die große Baustelle Gottes ist, auf der wir alle sowohl das „Zusammen wachsen“ als auch das „Zusammenwachsen“ lernen können.



  • Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ,
    Im Stande, da dein Segen ist,
    Im Stande heil'ger Ehe!
    Wie steigt und neigt sich deine Gab
    Und alles Gut so mild herab
    Aus deiner heil'gen Höhe,
    Wann sich
    An dich
    Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden
    Eines Lebens einig worden.

    2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn
    Und unverrückt beisammen stehn
    Im Bande reiner Treue,
    Da geht das Glück in vollem Lauf,
    Da sieht man, wie der Engel Hauf
    Im Himmel selbst sich freue.
    Kein Sturm,
    Kein Wurm
    Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet
    Dem Paar, das in ihm sich liebet.

    3. Vor allen gibt er seine Gnad,
    In derer Schoß er früh und spat
    Sein Hochgeliebten heget.
    Da spannt sein Arm sich täglich aus,
    Da faßt er uns und unser Haus
    Gleich als ein Vater pfleget.
    Da muß
    Ein Fuß
    Nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen
    In das Zelt und Sitz der Frommen.

    4. Der Mann wird einem Baume gleich,
    An Ästen schön, an Zweigen reich;
    Das Weib gleich einem Reben,
    Der seine Träublein trägt und nährt
    Und sich je mehr und mehr vermehrt
    Mit Früchten, die da leben.
    Wohl dir,
    O Zier,
    Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone!
    Gott denkt dein bei seinem Throne.

    5. Dich, dich hat er sich auerkorn,
    Daß aus dir ward herausgeborn
    Das Volk, das sein rEich bauet.
    Sein Wunderwerk geht immer fort,
    Und seines Mundes starkes Wort
    Macht, daß dein Auge schauet
    Schöne
    Söhne
    Und die Tocken, die den Wocken abespinnen
    Und mit Kunst die Zeit gewinnen.

    6. Sei gutes Muts! Wir sind es nicht,
    Die diesen Orden aufgericht',
    Es ist ein höh'rer Vater,
    Der hat uns je und je geliebt
    Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt,
    Der beste Freund und Rater.
    Anfang.
    Ausgang
    Aller Sachen, die zu machen, wir gedenken,
    Wird er wohl und weislich lenken.

    7. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl
    Ein Stündlein, da man Leides voll
    Die Tränen lässet schießen;
    Jedennoch wer sich in Geduld
    Ergibt, des Leid wird Gottes Huld
    In großen Freuden schließen.
    Sitze,
    Schwitze
    Nur ein wenig; unser König wird behende
    Machen, daß die Angst sich wende.

    8. Wohl her, mein König, nah herzu!
    Gib Rat in Kreuz, in Nöten Ruh,
    In Ängsten Trost und Freude.
    Des sollst du haben Ruhm und Preis,
    Wir wollen singen bester Weis
    Und danken alle beide,
    Bis wir
    Bei dir,
    Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen
    Ewig loben werden. Amen.

    (Entnommen der Glaubensstimme
    http://www.glaubensstimme.de/liederdichter/gerhardt/n0209.html )

  • In schweren Stunden meines Lebens wurde ich in der Neuapostolische Kirche oft überraschend mit dem Lied beglückt."Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt..."
    Es ist oft nicht einfach, dass Sorgen und Grämen sein zu lassen, und grenzenlos dem zu vertrauen, der gangbare Wege für jeden Fuss finden kann.

  • Mein Lieblingslied ist: Geh aus mein Herz und suche Freud. Das Lied hat mich in einer Instrumentalfassung von Hufeisen durch eine Krankheit getragen. Seine Fröhlichkeit machte mir immer wieder neuen Mut.

  • Mein Lieblingslied von Paul Gerhardt?!? Ach, das ist so schwer. Ich wechsele gerne mit der Jahreszeit. "Nun lasst uns gehn und treten" war ein Geschenk in dieser Zeit "zwischen den Jahren". Silvestergottesdienste mit dem Lied-Tryptichon "Nun lasst uns gehn und treten" - "Der du die Zeit in Händen hast" & "Von guten Mächten" sind etwas herrliches. Zumindest die ersten beiden durfte ich zu dieser Jahreswende erleben. Herrlich!

  • Ja es stimmt: Befiehl du deine Wege ist ein wunderschönes und ausdrucksstarkes Lied. Wir singen es zu Haus und manchmal in der Gemeinde sehr gerne auf die schwungvolle Melodie von Johann Michael Haydn, die das Vertrauensvolle dieses Liedes noch unterstützt.

  • Mein Lieblingslied ... schon immer und zusammen mit dem dazugehörenden Psalm (146):

    Du, meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchen alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben wird.
    Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ist’s billig, dass ich mehre, sein Lob vor aller Welt

    Das sind die beiden schönsten Verse (erste und zehnte). Wenn ich das singe, lese oder höre kann ich nicht mehr traurig, ärgelich oder verzweifelt sein! Nicht nur der Text, auch die Melodie sind wunderschön!

  • Viele Paul-Gerhardt-Lieder haben mich von Kindheit an begleitet- zu Hause , in der Kirche und in der Schule. Da mußte ich in der dritten Klasse einmal: Du meine Seele singe vorsingen. Mit meßbaren Erfolg in Form einer Note.
    Später bekamen die reformierten Psalmen eine große Bedeutung für mich
    (Genfer Psalter) und dann entdeckte ich vor einigen Jahren die 24 Psalmlieder Gerhardts und da besonders sein Lied zu Psalm 42: Wie der Hirsch in großem Dürsten- zur selben Melodie zu singen , wie im reformierten Psalter.
    Oder auch Ps. 116:
    Das ist mir lieb, daß Gott mein Hort, so treulich zu mir stehet.
    Ob das alles dem Kämpfer PG gefallen würde? Eher nicht- aber mir.
    Es ist ja erstaunlich , wie der konfessionelle Kämpfer es geschafft hat, Lieder zu schreiben, die konfessionsübergreifend und weltweit gesungen werden- bis heute.
    Er trifft die Seele der Menschen.

  • Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,
    die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.
    O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht',
    wie schön sind deine Strahlen!
    Aus: EG 37 Ich steh an Deiner Krippen hier -

    und
    Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein,

    ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein.

    Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ;
    das, was mich singen machet,
    ist, was im Himmel ist.
    aus: EG 357 Ist Gott für mich, so trete

    Ich persönlich brauche immer wieder das Zeichen des Lichtes, "derSonne" in meinem Glaubensleben. Deshalb geben mir gerade diese beiden Strophen immer wieder Mut, wenn es droht, wieder finster zu werden, so dass ich mit dem Psalmbeter sprechen kann:
    Ja, du machst hell meine Leuchte, der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht. (Ps. 18,29)

    Aber auch viele andere Lieder Paul Gerhardts begleiten mich.

  • naja, ganz so anonym braucht mein vorstehender Beitrag nun nicht zu sein ;-)

  • Mein Lieblingslied ist "Gib dich zufrieden und sei stille". Gerade in der heutigen Zeit sollte man sich diesen Satz wieder mehr zu Herzen nehmen:

    Was sorgst du für dein armes Leben,
    Wie du's halten wollst und nähren?
    Der dir das Leben hat gegeben,
    Wird auch Unterhalt bescheren.
    Er hat ein Hand voll aller Gaben,
    Da See und Land sich muß von laben.
    Gib dich zufrieden.

    Der allen Vöglein in den Wäldern
    Ihr bescheidnes Körnlein weiset,
    Der Schaf und Rinder in den Feldern
    Alle Tage tränkt und speiset,
    Der wird ja auch dich ein'gen füllen
    Und deinen Bauch zur Notdurft stillen.
    Gib dich zufrieden.

    Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel,
    Wo ich such, ist nichts zum Besten!
    Dann das ist Gottes Ehrentitel:
    Helfen, wann die Not am größten.
    Wann ich und du ihn nicht mehr spüren,
    Da schickt Er zu, uns wohl zu führen.
    Gib dich zufrieden.

    Bleibt gleich die Hülf in etwas lange,
    Wird sie dannoch endlich kommen;
    Macht dir das Harren angst und bange,
    Glaube mir, es ist dein Frommen.
    Was langsam schleicht, faßt man gewisser,
    Und was verzeucht, ist desto süßer.
    Gib dich zufrieden.

    Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten
    Deiner Feinde von dir dichten;
    Laß sie nur immer weidlich spotten,
    Gott wird's hören und recht richten.
    Ist Gott dein Freund und deiner Sachen,
    Was kann dein Feind, der Mensch, groß machen?
    Gib dich zufrieden.

    Hat Er doch selbst auch wohl das Seine,
    Wann Er's sehen könnt und wollte.
    Wo ist ein Glück so klar und reine,
    Dem nicht etwas fehlen sollte?
    Wo ist ein Haus, das könnte sagen:
    Ich weiß durchaus von keinen Plagen?
    Gib dich zufrieden.

    Es kann und mag nicht anders werden,
    Alle Menschen müssen leiden;
    Was webt und lebet auf der Erden,
    Kann das Unglück nicht vermeiden.
    Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden
    Bis in das Grab: da wird sich's enden.
    Gib dich zufrieden.

    Es ist ein Ruhetag verhanden,
    Da uns unser Gott wird lösen;
    Er wird uns reißen aus den Banden
    Dieses Liebs und allem Bösen.
    Es wird einmal der Tod herspringen
    Und aus der Qual uns sämtlich bringen.
    Gib dich zufrieden.

  • Ich wundere mich, dass niemand sich für "Nun ruhen alle Wälder" ausspricht. Es findet sich im Portal auch keine Predigt dazu. Hat jemand eine Idee?

  • An Wesenwolf: Keine Predigt, aber eine Andacht für meinen Posaunenchor (Arnsberg-Hüsten):

    EG 477 Nun ruhen alle Wälder (Melodie: 1495 Heinrich Isaak, Innsbruck, weltlich)

    Nun ruhen alle Wälder,
    Vieh, Menschen, Städt und Felder,
    Es schläft die ganze Welt;
    Ihr aber, meine Sinnen,
    Auf auf, ihr sollt beginnen,
    Was eurem Schöpfer wohlgefällt.

    Auch dieses Lied findet sich in dem Gesangbuch „Praxis pietatis melica. Das ist: Übung in der Gottseligkeit in christlichen und trostreichen Gesängen“, in der Ausgabe von 1647. Der Anfang des Liedes geht wohl auf eine Naturbeschreibung des römischen Dichters Vergil zurück.
    In den Strophen 1-7 stellt Paul Gerhardt dem irdischen Abend-Werden, dem körperlichen Schlafen-Gehen eine geistliche Deutung gegenüber. Die Sonne des Tages weicht der nächtlichen Dunkelheit. Eine andere Sonne, ein anderes Licht hat vor dem Dunkel nichts zu befürchten:

    Wo bist du, Sonne, blieben?
    Die Nacht hat dich vertrieben,
    Die Nacht, des Tages Feind;
    Fahr hin! Ein ander Sonne,
    Mein Jesus, meine Wonne,
    Gar hell in meinem Herzen scheint.

    Das Ende des Tages vergleicht er, der höchstens 40 Jahre alt ist, mit dem Ende des Lebens. Das ist zu seiner Zeit nicht verwunderlich. Der Tod durch den Krieg und die Kriegseinwirkungen, durch Gewalt, Krankheit und Auszehrung, war immer gegenwärtig und oft sogar herbeigewünscht als Ausweg aus dem irdischen Jammertal. Allein der Blick auf das Paradies versprach Trost und Hoffnung:

    Der Tag ist nun vergangen,
    Die güldnen Sterne prangen
    Am blauen Himmelssaal;
    Also werd ich auch stehen,
    Wann mich wird heißen gehen
    Mein Gott aus diesem Jammertal.

    Beim einfachen Volk erfreute sich gerade dieses Lied von Anfang an bis heute besonders großer Beliebtheit. Die Bilder sind aus dem Leben gegriffen und klar verständlich. Jeder Mensch geht abends zur Ruhe.
    Menschen höherer Stände und vor allem das spätere sogenannte Bildungsbürgertum hatten allerdings nur Spott und Entrüstung dafür übrig. Profane Worte wie „Vieh“, „Bett“ oder gar „Schuhe“ hatten nach ihrer Meinung in einem geistlichen Lied nichts verloren. Auch über die vermeintliche Unlogik der verwendeten Metaphern machte man sich lustig. Während der Zeit der Aufklärung wurde der Text bis zur Unkenntlichkeit umgeschrieben und schließlich ganz aus dem Gesangbuch verbannt.

    Der Leib eilt nun zur Ruhe,
    Legt ab das Kleid und Schuhe,
    Das Bild der Sterblichkeit;
    Die Zieh ich aus. Dagegen
    Wird Christus mir anlegen
    Den Rock der Ehr und Herrlichkeit.

    Vielleicht lag die Ablehnung auch daran, daß diese wohlhabenden und hochgebildeten Menschen nicht nachvollziehen konnten, was den niederen Ständen Alltag war: Arbeit von früh bis spät und irgendwann der ewige Feierabend?

    Das Haupt, die Füß und Hände
    Sind froh, daß nun zu Ende
    Die Arbeit kommen sei;
    Herz, freu dich, du sollst werden
    Vom Elend dieser Erden
    Und von der Sünden Arbeit frei.
    Nun geht, ihr matten Glieder,
    Geht hin und legt euch nieder,
    Der Betten ihr begehrt;
    Es kommen Stund und Zeiten,
    Da man euch wird bereiten
    Zur Ruh ein Bettlein in der Erd.

    Viel angegriffen wurde auch die vorletzte, die Gebets-Strophe. Sie wurde zum Kinderlied erklärt. Allerdings hat der Text nichts mit dem leiblichen Kindsein zu tun, es ist geistlich gemeint. Er bezieht sich auf die Klage des Herrn über die abtrünnige Stadt Jerusalem. Bei Matth. 23. 37 steht zu lesen: „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter den Flügeln; und ihr habt nicht gewollt“. Der Christ, die christliche Gemeinde, hat gelernt, der Geborgenheit durch Jesus zu vertrauen – wie ein Kind.
    Die letzte Strophe mündet in die Fürbitte, die uns alle meint, uns hier im Probenraum, unsere Familien zu Hause und die ganze Christenheit.
    Gebet:

    Breit aus die Flügel beide,
    O Jesu, meine Freude,
    Und nimm dein Küchlein ein!
    Will Satan mich verschlingen,
    So lass die Englein singen:
    Dies Kind soll unverletzet sein.

    Auch euch, ihr meine Lieben,
    Soll heute nicht betrüben!
    Kein Unfall noch Gefahr.
    Gott laß euch selig schlafen,
    Stell euch die güldnen Waffen
    Ums Bett und seiner Engel Schar.
    Amen