Choräle

Hier finden Sie die Choräle von Paul Gerhardt mit den Nummern des Evangelischen Gesangbuches:

11        Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir?
36        Fröhlich soll mein Herze springen
37        Ich steh an deiner Krippen hier
39        Kommt und lasst uns Christus ehren
58        Nun lasst uns gehen und treten
83        Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
84        O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben
85        O Haupt voll Blut und Wunden
112      Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht
133      Zieh ein zu deinen Toren
283      Herr, der du vormals hast dein Land mit Gnaden angeblicket
302      Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
322      Nun danket all und bringet Ehr
324      Ich singe dir mit Herz und Mund
325      Sollt ich meinem Gott nicht singen?
351      Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich
361      Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
370      Warum sollt ich mich denn grämen?
371      Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens
446      Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge
447      Lobet den Herren alle, die ihn ehren
449      Die güldne Sonne voll Freud und Wonne
477      Nun ruhen alle Wälder
497      Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun und Werk in deinem Willen ruhn
503      Geh aus, mein Herz, und suche Freud
529      Ich bin ein Gast auf Erden

 

Du, meine Seele, singe (EG 302)

Eines der bekanntesten Lieder Gerhardts, die untrennbar mit der jubelnd aufsteigenden Melodie Johann Georg Ebelings verknüpft ist. Die Nachdichtung des 146. Psalms (Lobe den Herrn, meine Seele) ist von Gerhardts zweitem Berliner Kantor über den Umfang einer Dezime vertont. Nach der eröffnenden ersten Strophe, die gleichsam wie eine Überschrift über dem Lied steht. In den Strophen 2 und 3 kommt eine Art Sündenbekenntnis in Form einer Kritik an dem Schein der „Welt“ und ganz konkret der „Fürstenmacht und –gunst“ sowie eine drastisch formulierten Feststellung („Erd und Kot“), dass der Mensch endlich und schwach ist. Diese beiden Strophen sind im EG ausgelassen, dort schließt als zweite Strophe gleich die ursprünglich vierte an. Sie eröffnet das Lob Gottes und die Beschreibung seiner Taten als Schöpfer, Retter und Nothelfer, bevor in der letzten Strophe eine Synthese aus Sündenbekenntnis und Schöpferlob gelingt: Zwar sei der Mensch „viel zu wenig“, gar eine „welke“ Blum. Aber er gehört als Geschöpf zu Gott und lobt ihn weiterhin – trotz aller Schwachheit.

Du, meine Seele, singe (EG 302)

  1. Du, meine Seele, singe, / wohlauf und singe schön / dem, welchen alle Dinge / zu Dienst und Willen stehn. / Ich will den Herren droben / hier preisen auf der Erd; / ich will ihn herzlich loben, / solang ich leben wird.
  2. Ihr Menschen, lasst euch lehren, / es wird sehr nützlich sein: / Lasst euch doch nicht betören / die Welt mit ihrem Schein. / Verlasse sich ja keiner / auf Fürstenmacht und -gunst, / weil sie wie unser einer / nichts sind, als nur ein Dunst.
  3. Was Mensch ist, muss erblassen / und sinken in den Tod; / er muss den Geist auslassen, / selbst werden Erd und Kot. / Allda ist’s dann geschehen / mit seinem klugen Rat / und ist sehr klar zu sehen, / wie schwach sei Menschentat.
  4. Wohl dem, der einzig schauet / nach Jakobs Gott und Heil! / Wer dem sich anvertrauet, / der hat das beste Teil, / das höchste Gut erlesen, / den schönsten Schatz geliebt; / sein Herz und ganzes Wesen / bleibt ewig unbetrübt.
  5. Hier sind die starken Kräfte, / die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, / die seine Hand gemacht: / der Himmel und die Erde / mit ihrem ganzen Heer, / der Fisch unzähl’ge Herde / im großen wilden Meer.
  6. Hier sind die treuen Sinnen, / die niemand Unrecht tun, / all denen Gutes gönnen, / die in der Treu beruhn. / Gott hält sein Wort mit Freuden / und was er spricht, geschicht; / und wer Gewalt muss leiden, / den schützt er im Gericht.
  7. Er weiß viel tausend Weisen, / zu retten aus dem Tod, / ernährt und gibet Speisen / zur Zeit der Hungersnot, / macht schöne rote Wangen / oft bei geringem Mahl; / und die da sind gefangen, / die reißt er aus der Qual.
  8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, / und die sich schwach befinden, / die stellt er aufgericht’. / Er liebet alle Frommen, / und die ihm günstig sind, / die finden, wenn sie kommen, / an ihm den besten Freund.
  9. Er ist der Fremden Hütte, / die Waisen nimmt er an, / erfüllt der Witwen Bitte, / wird selbst ihr Trost und Mann. / Die aber, die ihn hassen, / bezahlet er mit Grimm, / ihr Haus und wo sie saßen, / das wirft er um und um.
  10. Ach ich bin viel zu wenig, / zu rühmen seinen Ruhm; / der Herr allein ist König, / ich eine welke Blum. / Jedoch weil ich gehöre / gen Zion in sein Zelt, / ist’s billig, dass ich mehre, / sein Lob vor aller Welt.