Choräle

Hier finden Sie die Choräle von Paul Gerhardt mit den Nummern des Evangelischen Gesangbuches:

11        Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir?
36        Fröhlich soll mein Herze springen
37        Ich steh an deiner Krippen hier
39        Kommt und lasst uns Christus ehren
58        Nun lasst uns gehen und treten
83        Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
84        O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben
85        O Haupt voll Blut und Wunden
112      Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht
133      Zieh ein zu deinen Toren
283      Herr, der du vormals hast dein Land mit Gnaden angeblicket
302      Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
322      Nun danket all und bringet Ehr
324      Ich singe dir mit Herz und Mund
325      Sollt ich meinem Gott nicht singen?
351      Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich
361      Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
370      Warum sollt ich mich denn grämen?
371      Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens
446      Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge
447      Lobet den Herren alle, die ihn ehren
449      Die güldne Sonne voll Freud und Wonne
477      Nun ruhen alle Wälder
497      Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun und Werk in deinem Willen ruhn
503      Geh aus, mein Herz, und suche Freud
529      Ich bin ein Gast auf Erden

 

Liebes Kind, wenn ich bei mir

Dieses 13-strophige Gedicht schrieb Paul Gerhardt im Jahre 1660 anlässlich des Todes des kleinen Friedrich Ludwig Zarlang, dem Sohn des damaligen Bürgermeisters von Berlin. In seinen vier überlieferten „Kindertotenliedern“ versteht es Paul Gerhardt zum einem dem unendlichen Schmerz Raum zu geben, die Eltern und Angehörige toter Kinder befällt, zum anderen aber tröstet er und schildert in Bildern der Hoffnung, dass es die verstorbenen Kinder bei Gott im Himmel nun besser hätten. Für Paul Gerhardt wohnt der kleine Zarlang „in Gottes Stadt und Mauern“ (Strophe 8). Zu diesem Lied ist keine Melodie überliefert, es lässt sich aber mit leichten Zufügungen in den letzten beiden Zeilen auf die Melodie von „Nun komm der Heiden Heiland“ (EG 4) singen.  

 

Liebes Kind, wenn ich bei mir  

  1. Liebes Kind, wenn ich bei mir / deines schönen Leibes Zier / und der Seelen Schmuck bedenke, / weiß es Gott, wie ich mich kränke.  
  2. Kein Smaragd mag je so schön / in dem feinen Golde stehn, / keine Rose mag im Lenzen / dir gleich, schöne Blume, glänzen.  
  3. Dein Gebärde, dein Gesicht / und der beiden Augen Licht / war in Tugend ganz verhüllet / und mit guter Zucht erfüllet.  
  4. Deine Liebe, deine Gunst / ging und hing nach lauter Kunst; / viel zu lernen, viel zu wissen, / war dein edler Geist geflissen.  
  5. Auch war hier ein guter Grund, / da das ganze Werk auf stund, / nämlich Gott und sein Wort hören / und die heilge Bibel ehren.  
  6. Wollte, wollte Gott, das nur / deines Lebens schwache Schnur / etwas noch hier auf der Erden / hätte müssen länger werden.  
  7. O wie manche große Freud, / o wie manch Ergötzlichkeit / würden wir von deinen Gaben / noch zuletzt genossen haben.  
  8. Nun, mich jammerts; aber du, / liebes Kind, schweigst still dazu, / wohnst in Gottes Stadt und Mauern, / kehrst dich nicht an unser Trauern.  
  9. Deines Wesens hoher Stand / ist auch nun also bewandt, / dass, wers gut will mit dir meinen, / dich nicht dürfe mehr beweinen.  
  10. Du bist ungleich besser dran, / als die Welt hier sinnen kann; / du hast mehr, als wir dir gönnen, / mehr auch, als wir wünschen können.  
  11. Es ist an dir ganz und gar, / was hier unvollkommen war; / was du hier hast angefangen, / hast du dort vollauf empfangen.  
  12. Deine Seel hat Gottes Reich, / und du bist den Engeln gleich: / Alle Himmel hörst du singen / und du gehst in vollen Springen.  
  13. Nun so lebe, wie du lebst! / Schweb in Freuden, wie du schwebst! / Balde, balde wird’s geschehen, / dass du uns, wir dich dort sehen.